Malta im Winter
Sonne, Kultur und Wandern ohne Touristen
Suchst Du nach einem nah gelegenen Urlaubsziel, um den ungemütlichen und dunklen Wintertagen zu entfliehen? Du hast es gefunden! Malta im Winter ist ein ideales Reiseziel.
Ich habe es geliebt, dank des milden Klimas auf der Mittelmeerinsel, die vielen kulturellen und natürlichen Highlights sowie die zahlreichen Outdoor-Aktivitäten Maltas im T-Shirt und ganz entspannt ohne die üblichen Touristenmassen, zu geniessen.
Ich war eine Woche im November auf dem Archipel Malta unterwegs. 4 Nächte habe ich auf Malta verbracht und 3 Tage hatte ich Zeit für Erkundungstouren auf der wunderschöne Nachbarinsel Gozo. Im Jahr davor habe ich im Dezember ein paar Sonnentage auf Malta verbracht.
Hier findest Du alle Vorteile für einen Winterurlaub auf Malta.
3 Gründe, warum sich Malta im Winter besonders lohnt
1. Mildes Klima
Der Zwergenstaat Malta liegt 81km südlich von Sizilien und rund 280 Kilometer von der Nordküste Afrikas entfernt, im Mittelmeer. Hier bleibt auch im Winter das Klima vergleichsweise mild.
Die tiefste monatliche Durchschnittstemperatur gibt es im Januar mit 9,5 Grad Celsius. Grundsätzlich sinken die Temperaturen jedoch selten unter 15 Grad, was super angenehm für Sightseeing, Wanderungen und Outdoor-Aktivitäten auf Malta ist.
Ich war Mitte November und im Jahr davor im Dezember auf Malta und Gozo und habe teilweise geschwitzt wie im Hochsommer!
Wir hatten wohl aber auch wirklich Glück mit dem Wetter, da es normalerweise im November doch auch ein paar wenige Regentage gibt.
Info: Übrigens sinken auch die Wassertemperaturen erst ab Dezember unter 20 °C ab. Selbst ich, eine totale Frostbeule, war im November noch mehrfach im wunderbar blauen Wasser rund um Malta und Gozo schwimmen.
2. Weniger Touristenmengen
Malta ist verständlicherweise ein beliebtes Urlaubsziel. Im Winter ist Malta allerdings viel weniger überlaufen als in den Sommermonaten.
Musst Du Dich im Juli durch die vollgestopften Gassen Vallettas schieben lassen, hast Du in den Wintermonaten Platz zum Atmen und kannst auch spontan einfach stehen bleiben, ohne das Dir direkt jemand in die Hacken tritt.
Besonders schön ist dies für die beliebten Ausflüge in die blaue Grotte auf Malta oder zur blauen Lagune auf Comino:
Musst Du im Sommer diese herausragenden Erlebnisse mit unzähligen anderen Touristen teilen, kannst Du die Sehenswürdigkeiten Maltas im Winter fast in Ruhe erkunden und genießen.
Info: Bitte glaube nicht, dass Du die Hauptsehenwürdigkeiten von Malta im Winter komplett für Dich alleine hast. Es ist immer noch recht viel los aber es ist viel erträglicher als im Sommer!
Außerdem bekommst Du auch ein authentischeres Gefühl für die Inseln und ihre Einwohner, die im Sommer überrannt werden.
So schön: Fast in jeder Kirche und auch an vielen anderen Orten, wo ich stehengeblieben bin um etwas zu bewundern, wurde ich gleich von Einheimischen angesprochen. Stolz erzählten sie mir die Geschichten des jeweiligen Ortes und freuten sich riesig über Rückfragen und mein Interesse!
3. Sparen in der Nebensaison
Grundsätzlich ist Malta nicht das teuerste Urlaubsziel, aber in der Nebensaison sind sowohl die Flüge und vor allem auch die Unterkünfte günstiger als in der Hochsaison im Sommer.
Vergiss nicht, trotz günstigerer Preise die Flüge zu vergleichen! ⇨ Ich vergleiche Flüge immer über Kiwi.
Bei größerer Auswahl und reduzierten Hotelpreisen kann man sich vielleicht auch Mal etwas wirklich Nettes gönnen, was sonst nicht zwingend im Budget gewesen wäre.

Chapel 5 Boutique Suites
Mitten im schönen Dorf Naxxar haben Verena aus Österreich und ihr maltesischer Mann Omar mit viel Liebe zum Detail ein herausragendes 4-Sterne Boutique-Hotel geschaffen: mit 2 Außenpools, kleinem Spa-Bereich und 3 Dachterrassen! Absolut ruhig, einmalig herzlich und total individuell. Aufgrund der zentralen Lage, fast in der Inselmitte war das tolle Hotel für uns der perfekte Ausgangsort für Ausflüge auf Malta. (⇨ weitere Infos)
Auch Restaurants und viele Aktivitäten sind in den Wintermonaten oft günstiger, da weniger Touristen auf der Insel sind.
Bist Du mit dem Auto auf Malta unterwegs, findest Du an den Hauptsehenswürdigkeiten eher einen Parkplatz.
Vor allem aber findest Du zu den beliebtesten Ausflügen wie zum Beispiel dem Tagestrip mit dem Schiff zur blauen Lagune, im Winter eine größere Auswahl mit guten und auch reduzierten Preisen (⇨ Hier übrigens meine Lieblingstour).
Fazit: Dies waren nur 3 von vielen Gründen warum Malta im Winter unbedingt eine Reise wert ist. In der kalten Jahreszeit ist die sehenswerte Mittelmeerinsel nicht nur eine sonnige, sondern auch eine budgetfreundliche Option.
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Highlights auf Malta im Winter
Besuchst Du Malta im Winter, musst Du auf kein Highlight oder keine Sehenswürdigkeit verzichten. Ok, zugegeben: Das Schwimmen im Meer ist im Januar oder Februar vielleicht nicht mehr jedermanns Sache, aber ansonsten haben die kühleren Temperaturen vor Ort nur Vorteile.
So ist zum Beispiel das Wandern auf Malta und Gozo im Sommer schon sehr anstrengend, da die Inseln grundsätzlich wenig Schatten bieten. Ehrlicherweise würde ich im Sommer wahrscheinlich keinen Schritt freiwillig wandern, da es einfach zu heiß ist!
Meine persönlichen Malta Highlights im Winter inkludieren dementsprechend auch herausragende Wanderungen, die Du auf keinen Fall verpassen solltest!
Valletta
Valletta ist die flächenmäßig die kleinste Hauptstadt Europas und ein UNESCO-Weltkulturerbe. Innerhalb der majestätischen Festungsmauern bietet die Stadt, die sich wie ein großes Freilichtmuseum anfühlt, eine Vielzahl von Sehenswürdigkeiten, im Sommer wie Winter.
Maltas Hauptstadt Valletta lässt sich ausschliesslich zu Fuß erkunden. Durch die vielen kleinen Gassen und über die unzähligen Treppenstufen musst Du Dich einfach treiben lassen.
Die wichtigsten Highlights inkludieren die St. John’s Co-Cathedral, den Großmeisterpalast, die Festung Fort St. Elmo, Maltas Prachtstraße Republic Street und die Upper & Lower Barrakka Gardens.
Eines meiner persönlichen Highlights waren die unzähligen, teils bunten Balkon-Erker, Gallariji genannt, an den alten Stadthäusern, in den schmalen Gassen Vallettas. Diese verleihen auch den anderen maltesischen Städten einen ganz eigenen Charme!
Mein Tipp: Kein Geheimtipp mehr ist die Aussichtsterrasse der Upper Barrakka Gardens, dem höchsten Punkt der Stadtbefestigung. Von hier hat man den besten Blick auf die Stadt, die „3 Cities“ Birgu, Senglea und Conspicua und den Grand Harbour, einen der spektakulärsten Häfen Europas.
Von der anderen Hafenseite, den 3 Cities, hast Du den schönsten Blick auf die Festungsmauern Vallettas übrigens vom Fort St. Angelo.
Bei schlechtem aber auch gutem Wetter bietet Valletta auch viele wirklich interessante Museen.
Meine Favoriten: das multimediale Kriegsmuseum im Fort St. Elmo, das Fort St. Angelo auf der Birgu-Halbinsel mit spektakulärem Panoramablick auf den Grand Harbour und das Nationalmuseum für Archäologie.
Mdina
In Maltas ehemalige Hauptstadt Mdina, die auf einem imposanten Felsplateau thront, leben heute nur noch 250 Menschen! Durch das imposante Stadttor Main Gate spaziert man in die vielleicht schönste, ummauerte Stadt Europas.
Info: Das beeindruckende Stadttor war übrigens bei Game of Thrones als Stadttor der Hauptstadt Königsmund zu sehen.
Die mittelalterliche Altstadt beherbergt viele, malerische Palazzi wie z.B. den Palazzo Falson, eines der ältesten Gebäude Mdinas oder der Palazzo Vilhena aus dem 17. Jahrhundert, auf dem St. Publius Platz.
Außerdem erwähnenswert ist St. Paul Kathedrale sowie die versteckten Innenhöfe und schmalen Gassen, die Du beim Erkunden der sogenannten stillen Stadt entdecken wirst. Still, weil hier keine Autos erlaubt sind.
Mein Tipp: Erkunde anschließend unbedingt auch die niedlichen Gassen von Rabat, gleich neben Mdina. Dort befindet sich auch die St. Pauls Katakomben bestehend aus der St. Paulus Grotte, einem Weltkriegsbunker und einem großen unterirdischen Römerfriedhof (⇨ Lage). Sehr beeindruckend und unbedingt sehenswert!
Blaue Grotte
Die Blaue Grotte ist ein wunderbares Naturschauspiel, bei dem die Sonne einen malerischen Blauton auf das kristallklare Wasser zaubert. Wirklich eine einzigartige Farbe, die Du am besten ganz früh morgens sehen kannst!
Wie schon eingangs erwähnt, ist diese Malta Sehenswürdigkeit im Sommer heillos überfüllt. Bei unserem Besuch im Winter waren nur ein paar wenige, andere Touristen unterwegs und der kurze Bootsausflug auf Wasser war dementsprechend ruhig und entspannt.
Die Schiffahrt, die in mehrere aber nicht wirklich tiefe Höhlen führt, dauert knapp 30 Minuten und kostet € 10.00 pro Person. Eventuell ist sie im Sommer noch teurer!
Der beliebte Aussichtspunkt von oben an der Strasse auf den Höheneingang lohnt sich zu jeder Jahreszeit und ist kostenfrei.
Mein Tipp: Wenn Du insgesamt wenig Zeit hast und überlegst welches Highlight Du notfalls auslässt, würde ich auf die Blaue Grotte verzichten solange Du den Ausflug zur Blauen Lagune auf Comino machst.
Die Tempel von Ħaġar Qim und Mnajdra
Die beiden etwa 5000 Jahre alten Tempelanlagen gehören zum UNESCO-Kulturerbe. Ħaġar Qim kannst Du nur umrunden, während man den Mnajdra Tempel auch teilweise von Innen erkunden kann.
Die sehenswerten Ausgrabungsstätten sind überdacht und dementsprechend ist man hier teilweise vor der Sonne geschützt. Zwischen den Tempeln liegen 500m auf einem einfachen, breiten Fußweg.
Mein Tipp: Kombiniere den Besuch der Blauen Grotte mit der Besichtigung der Tempel. Die beiden Malta Highlights liegen nur ca. 2km voneinander entfernt. Wenn Du kein Auto hast, empfehle ich diese Halbtagstour, die beide Highlights sowie das Limestone Heritage inkludiert.
Wir sind zu Fuß von der blauen Grotte zu den Tempeln gelaufen: Machbar aber nicht sonderlich schön, da der Weg direkt neben der Strasse entlang führt.
Küstenwanderung Marsaxlokk – Marsaskala
Die wunderschöne Küstenwanderung von Marsaxlokk nach Marsaskala ist eines der Dinge, die Du bei einem Besuch auf Malta im Sommer, wahrscheinlich nicht machen würdest. Und dann hättest Du wirklich etwas verpasst!
Die bunten, traditionellen Fischerbooten im Hafen von Marsaxlokk sind eines der Wahrzeichen Maltas. Von dort solltest Du erst nach Südosten und zum St. Peter’s Pool, einem natürlichen Felsbecken, wandern.
Entlang der beeindruckenden Felsküste und Klippen führt der wunderschöne Küstenwanderweg nach Norden. Fast die ganze Zeit direkt am Wasser entlang, mit herrlichen Ausblicken auf das Meer.
Bleibe immer entlang der Küste bis Du die Salinas, die Salzbänke von Marsaskala erreichst. Von hier kannst Du mit dem Bus (€ 2.00 bzw. € 2.50 pro Person/Strecke) zurückfahren.
Info: Auf der Strecke von Marsaxlokk nach St. Peters Pool findest Du noch Wegweiser, anschließend sind die Küstenwege jedoch nicht mehr markiert! Ich empfehle zum Wandern unbedingt eine Offline App und den Rother Wanderführer Malta Gozo, dessen Anweisungen zur Wegführung Du unbedingt befolgen solltest wenn Du nicht auf Privatbesitz oder Sackgassen enden willst.
⇨ Hier findest Du meine Route und viele weitere Fotos aufgenommen mit Komoot
Golden Bay
Im Sommer ist die Golden Bay, einer der schönsten Strände Maltas, definitiv einen Ausflug wert. Natürlich ist dieser Strand im Winter genauso schön anzusehen, aber wenn es zum Baden zu kalt sein sollte, würde ich die oft viel zu kurze Urlaubszeit besser anders verwenden.
Gozo
Gleich vorweg: Viele Menschen besuchen Gozo nur als Tagesausflug und fahren abends mit der Fähre zurück nach Malta.
Die kleine Schwesterinsel hat aber viel mehr zu bieten, sodass Du wenigstens eine, besser noch zwei Übernachtungen einplanen solltest, um Gozos Sehenswürdigkeiten zu erkunden.

Quaint Boutique Hotel Xewkija
Das 10 Zimmer große Boutique-Hotel ist modern eingerichtet und befindet sich zentral auf dem Dorfplatz von Xewkija, neben der Rotunde: Große Zimmer mit tollem Ausblick. Dank nah gelegener Bushaltestelle war das das 3-Sterne Hotel für uns der perfekte Ausgangsort für Ausflüge auf Gozo. (⇨ weitere Infos)
Auf jeden Fall musst Du Gozos Hauptstadt Victoria, mit ihrer beeindruckenden Zitadelle, die bereits 1500 vor Christus erbaut wurde, besuchen. Wie auch auf Malta stehen auch auf der Gozo unglaublich viele sehenswerte Kichen.
Hervorzuheben wären die wirklich große Basilika Ta‘ Pinu oder auch die Basilika St. John, die eine der größten Kuppeln Europas besitzt.
Die gesamte Küstenlinie Gozos ist ein einziges Naturschauspiel und Wanderer können diese auf einer einfachen Mehrtages-Küstentour erkunden. Mein Lieblingsküstenbereich ist die zerklüftete Steilküste im Norden der Insel: traumhaft schön!!
Auf der Küstenwanderung von Marsalforn zur Dwejra Bay kannst Du außerdem die Salzbecken von Marsalforn, die Felsformation Wied il-Mielaħ (das sogenannte „neue“ Azure Window), die malerische Schlucht Wied il-Għasri, das Blue Hole und den Inland Sea bewundern.
⇨ Hier findest Du meine Route und viele weitere Fotos aufgenommen mit Komoot
Comino und die blaue Lagune
Ein weitere Malta Highlight, dass im Sommer heillos überlaufen ist, ist die Blaue Lagune. In den Wintermonaten hingegen ist das türkisblaue Wasser der Meeresenge ein herausragendes, nicht ganz so überlaufendes Ziel.
Erreichbar ist die kleine Insel Comino sowohl von Malta als auch von Gozo mit der Fähre oder gebuchtem Tagesausflug.
Mein Tipp: Willst Du die Insel erkunden, ein bisschen Wandern und eventuell am anderen Ende der Insel ins Meer springen, empfehle ich die Nutzung der Fähre.
Willst Du hauptsächlich Schwimmen und Schnorcheln sind die Ausflugsboote die bessere Wahl, da es nah der Anlegestelle nur ein winziges Stück Strand gibt, das selbst im Winter schnell voll ist. Auf den Schiffen hast Du Liegestühle und viel mehr Platz um nach dem Ausflug ins türkisblaue Wasser in der Sonne zu trocknen.
⇨ Meine Lieblingstour: Nachmittagsschwimmen und Sonnenuntergang in der Blauen Lagune.
Wandern auf Malta und Gozo
Malta und Gozo sind im Winter tolle Wanderziele! Da es auf beiden Inseln kaum Bäume oder Schatten gibt, ist vor allem der Winter, mit seinen milden Temperaturen, die ideale Besuchs- und Wanderzeit! Ich habe teilweise selbst im November noch richtig geschwitzt!!
Vor allem die Küstenlinien sind malerisch schön: steile Felsen, versteckte Buchten, schöne Strände, alte Wachtürme, Salzbecken und kleine Küstenorte mit Hafen. Die Inseln sind einfach unglaublich vielfältig!
Mein Tipp: Es gibt auf keiner der Inseln Beschilderung für Wanderwege. Aus diesem Grund solltest Du unbedingt eine Wander-App mit Offline Karten dabei haben. Im besten Fall folgst Du exakt den Wanderbeschreibungen Deines Wanderführers, damit Du nicht plötzlich auf Privatbesitz oder in einer Sackgasse stehst.
Malta Gozo (Rother Wanderführer)
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Was Du als Nächstes tun solltest
Nachdem Du jetzt hoffentlich überzeugt bist, dass die Mittelmeerinsel das perfekte Ziel für die kalten Wintermonate ist, wird es Zeit, sich mit den schönsten Sehenswürdigkeiten und Ausflugszielen zu beschäftigen.
Vielleicht bist Du dabei schon auf die berühmte Blaue Lagune gestoßen. Ich war selbst dort und verrate Dir hier, ob sich der Ausflug nach Comino wirklich lohnt.