Gran Canaria Sehenswürdigkeiten für Aktivurlauber
Strände, Ausblicke & entspannte Wanderungen
Gran Canaria hat mich beim ersten Besuch, vor ein paar Jahren, bereits begeistert. Deswegen bin ich dieses Jahr mal wieder dem nasskalten Winter in NRW entflohen und habe 10 Tage auf der beliebten Kanareninsel verbracht.
Diese Mischung aus Wüste, Bergen, Vulkangestein und kleinen Dörfern fühlt sich an wie mehrere Länder in einem. Und das alles auf einer Insel, die kleiner ist als viele deutsche Bundesländer.
Wenn du auch zu den Menschen gehörst, die im Urlaub nicht nur am Pool liegen wollen, dann bist du hier richtig.
In diesem Guide zeige ich dir meine liebsten Sehenswürdigkeiten auf Gran Canaria, die du mit normaler Kondition, etwas Neugier und bequemen Schuhen gut erleben kannst.
Der Fokus liegt auf gut erreichbaren Highlights, schönen Ausblicken und einfachen Wanderungen, perfekt für einen einwöchigen Trip.
Gran Canaria Überblick: Wo liegen die Sehenswürdigkeiten der Insel?
Um Gran Canaria zu verstehen, hilft eine grobe Aufteilung der Insel. Das macht die Planung deutlich leichter.
Im Süden sitzt die Sonnengarantie. Hier findest du Maspalomas und weitere Touristen-Hochburgen. Lange Sandstrände, Hotels, Ferienwohnungen, Promenaden. Wer vor allem baden, Sonne tanken und abends essen gehen will, ist hier gut aufgehoben.
Das Inselzentrum ist das Gegenteil: Berge, Kiefernwälder, Serpentinenstraßen. Hier liegen Roque Nublo, Pico de las Nieves, Roque Bentayga und tolle Bergdörfer wie Tejeda.
Perfekt, wenn du gern leichte Wanderungen mit Aussicht machst und nicht jeden Tag im Liegestuhl verbringen willst.
Im Norden rund um Las Palmas ist die Küste rauer und es gibt mehr Kanaren-Alltag als Resortwelt. Hier liegen die Inselhauptstadt Las Palmas und z.B. das Örtchen Teror. Wer Stadtgefühl, Kultur und Strand kombinieren will, ist hier richtig.
Der Westen ist wild und deutlich einsamer. Tiefe Schluchten, steile Küsten, spektakuläre Aussichtspunkte wie der Mirador del Balcón. Weniger Orte zum Übernachten, dafür viel Panorama.
Zur groben Orientierung in Fahrtzeiten:
- Süden nach Las Palmas: etwa 40 bis 50 Minuten
- Süden ins Bergland (Roque Nublo): etwa 1 bis 1,5 Stunden
- Süden an die Westküste (Mirador del Balcón): etwa 1,5 Stunden
Strände & Küste: Gran Canaria Highlights am Meer
Gran Canaria hat viele Strände, hauptsächlich im Süden, aber du musst nicht alle kennen. Die folgenden Orte geben dir einen sehr guten Eindruck von der Strandvielfalt Gran Canarias.
Playa de Amadores & Puerto de Mogán
Die Playa de Amadores wirkt fast wie eine große Badewanne. Eine geschützte Bucht, ruhiges Wasser, kaum Wellen. Ideal für Familien, unsichere Schwimmer oder einfach sehr entspannte Strandtage mit Luftmatratze.
Etwas weiter westlich liegt Puerto de Mogán, ein Hafenort, der oft als kleines „Venedig“ der Insel bezeichnet wird. Er teilt sich in Strand und Promenade auf einer und Hafen auf der anderen Seite eines kleinen Flüsschens, der sogar Wasser führt.
Rund um den kleinen Hafen gefällt es mir am besten: Weiße Häuser, üppige Bougainvillea, schmale Gassen, kleine Kanälchen und Brücken. Das Ganze ist sehr fotogen, und ja, auch sehr touristisch, aber trotzdem sehenswert.
Dünen von Maspalomas und Leuchtturm
Die Dünen von Maspalomas sind einer der Orte, an denen ich jedes Mal wieder staune. Vor dir nur weicher Sand, kleine und große Dünen, im Hintergrund das Meer und irgendwo dazwischen die Hotels, die (glücklicherweise) plötzlich ganz weit weg sind.
Wenn du durch die Dünen läufst, merkst du schnell, wie heiß der Sand werden kann. Gerade im Sommer hilft eine Mütze, viel Wasser und am besten geschlossene Sandalen oder leichte Schuhe. Barfuß geht nur kurze Zeit, sonst wird es schnell unangenehm.
Die beste Zeit für eine Dünenwanderung ist der frühe Morgen oder der späte Nachmittag. Das Licht ist weicher, die Farben wirken intensiver und es ist weniger heiß.
Rund um den Leuchtturm von Maspalomas genießt du den schönsten Sonnenuntergang, kannst du an der Promenade entlang spazieren, Cafés testen oder einfach am Geländer stehen und den Wellen zuschauen.
Playa de Maspalomas & Playa del Inglés
Die Strände von Maspalomas und Playa del Inglés gehen im Grunde ineinander über. Zusammen bilden sie einen langen Bogen mit hellem Sand, ideal für ausgedehnte Spaziergänge.
In Playa del Inglés ist die Stimmung aktiver, lauter, mit mehr Bars und Beachlife. Erinnert mich immer an den Strand von El Arenal von Mallorca. Maspalomas wirkt an vielen Stellen etwas entspannter, gerade in den Abschnitten näher bei den Dünen.
Wenn du ein klassisches Strandgefühl suchst, mit viel Infrastruktur, aber trotzdem Platz für lange Spaziergänge, passt diese Ecke sehr gut.
Playa de Las Canteras in Las Palmas
Playa de Las Canteras in Las Palmas gehört für viele zu den besten Stadtstränden Europas. Du hast einen breiten Sandstrand, eine lange Promenade und direkt dahinter Cafés, Eisdielen und kleine Restaurants.
Das Besondere ist das Riff vor der Küste. Es bremst die Wellen und sorgt meist für recht ruhiges Wasser im inneren Bereich. Dadurch kannst du oft gut schwimmen, manchmal auch schnorcheln, je nach Sicht. Bei Ebbe siehst du Teile des Riffs sogar aus dem Wasser ragen.
Vivienda Vacacional La Portada
Gut ausgestattete, kleine Ferienwohnung mit einmaliger Terrasse im schönen Bergdorf Tejeda. Super zentral und trotzdem ruhig. Perfekter Ausgangspunkt für Ausflüge in die Bergwelt Gran Canarias (⇨ weitere Infos)
Natur & Wandern: Gran Canaria Highlights für Outdoor-Fans
Wenn du, wie ich, gern wanderst bist du auf Gran Canaria sehr gut aufgehoben. Viele Highlights erreichst du über einfache oder mittlere Wanderwege, ohne Klettern.
Wichtig ist immer: gutes Schuhwerk, genug Wasser und ein Blick auf das Wetter im Inselzentrum. Dort ist es oft deutlich kühler und windiger als an der Küste.
Roque Nublo
Der Roque Nublo, der sogenannte Wolkenfelsen, ist so etwas wie das Wahrzeichen der Insel. Ein riesiger Fels, der auf einem Hochplateau steht und von vielen Punkten aus sichtbar ist.
Der nächstgelegene Parkplatz an der GC-600 (Mirador de la Goleta) ist mittlerweile nicht mehr geöffnet. Aus Ayacata kannst Du mit dem Linienbus 18 fahren, oder du wanderst, z.B. ab diesem kleinen Parkplatz, ca. 600m entfernt.
Zwischen 9-17 Uhr brauchst Du seit Februar 2025 ein Ticket. Diese sind kostenlos, jedoch werden pro Stunde nur maximal 60 Tickets ausgegeben.
Ich persönlich bin kein Fan dieser neuen Regelung, da ich mich beim Wandern ungern auf ein einstündiges Zeitfenster festlegen lassen, deswegen habe ich den Roque Nublo beim letzten Besuch lieber aus der Ferne bewundert.
Roque Bentayga
Der Roque Bentayga steht im Schatten vom Roque Nublo, ist aber für mich das schönere Ziel wenn ich wählen müsste. Der markante Fels liegt mitten im alten Siedlungsgebiet der Ureinwohner und wirkt aus der Nähe fast wie eine Festung.
Vom Parkplatz unterhalb des Felsens kannst du eine kurze, aber stellenweise steilere Strecke hinaufgehen. Plane für Auf- & Abstieg zusammen sowie den Besuch im kostenfreien Museum etwa 1-2 Stunden ein.
Oben warten mehrere Aussichtspunkte auf dich. Du schaust direkt hinüber zum Roque Nublo, ins Tal von Tejeda und in die grüneren Täler der Umgebung.
Spannend ist auch die Geschichte: Am Roque Bentayga findest du Höhlen, alte Kultstätten und Infotafeln zur Kultur der Ureinwohner.
Pico de las Nieves
Der Pico de las Nieves ist mit knapp 1.949 Metern der höchste Punkt der Insel. Der Vorteil für alle, die nicht lang wandern wollen: Du kannst bis oben mit dem Auto vorfahren, dementsprechend voll ist es aber auch auf dem Aussichtsfelsen.
Von hier hast du einen großartigen Blick auf den Roque Nublo, die umliegenden Berge und wenn du, wie wir Glück mit dem Wetter hast, auch auf Teneriffa.
Mein Tipp: Kombiniere Roque Nublo und Pico de las Nieves an einem Tag. Als Wanderer kannst du beide Punkte in einer 10km Rundwanderung erleben. Starte, ob mit dem Auto oder zu Fuß, zuerst zum Roque Nublo um deinen Timeslot nicht zu verpassen.
Barranco de las Vacas
Der Barranco de las Vacas ist im Vergleich zu den großen Klassikern nur ein kleiner Spot, aber sehr fotogen. Eine enge Schlucht mit rot-braunen, geschwungenen Felswänden, die viele an einen Mini-Antelope-Canyon erinnern, allerdings ist er nur etwa 50 m lang.
Der Weg vom Straßenrand bis in Schlucht ist kurz. Je nachdem wo du einen Parkplatz bekommst, bist du in etwa 20 bis 30 Minuten wieder zurück beim Auto. Dennoch gilt: Feste Schuhe! Bei meinem Besuch hat es geregnet und die Steine waren sehr rutschig.
Der Ort ist in den letzten Jahren durch Social Media bekannter geworden deswegen hast du früh am Tag die besten Chancen auf etwas Ruhe. Ein Besuch lohnt sich meiner Meinung nach nur wenn du auf dem Weg vorbei kommst.
Mirador del Balcón & wilde Westküste
Der Mirador del Balcón an der Westküste fühlt sich an, als würdest du am Ende der Welt über dem Meer stehen. Eine Plattform mit Glaswänden ragt über die Steilküste, unter dir brechen die Wellen, vor dir die gezackte Linie der Küste, die viele „Drachenschwanz“ nennen.
Die Zufahrt erfolgt über ein kurzes Stück auf der kurvigen GR-200, die am Aussichtspunkt endet, also eine Sackgasse aus Süden kommend ist.
Es gibt nur ein paar Parkplätze, komme daher früh am Tag. Wir hatten die Plattform komplett für uns und konnten den Königsblick minutenlang komplett für uns genießen. Die Aussicht ist wirklich beeindruckend!
Am besten kombinierst du den Mirador mit einer Rundfahrt über die Westküste, zum Beispiel mit einem Besuch in La Aldea de San Nicolás, einer Kleinstadt mit schönem Strand und kleinem Hafen und Agaete, weiter Richtung Norden.
Dörfer, Städte & Kultur: Gran Canaria Sehenswürdigkeiten abseits der Resorts
Gran Canaria ist viel mehr als große Hotels. Wenn du ein paar Dörfer und Städte einbaust, verstehst du die Insel besser und bekommst schöne Kontraste zum Strandalltag.
Las Palmas & Altstadt Vegueta
Die Hauptstadt Las Palmas ist lebendig, etwas chaotisch, aber sehr spannend. Besonders gefallen hat mir die Altstadt Vegueta. Kopfsteinpflaster, bunte Häuser, schmale Gassen und Plätze, die im Abendlicht richtig warm wirken.
Rund um die Kathedrale Santa Ana kannst du dich treiben lassen, die Casa de Colón besuchen oder einfach in einer Bar sitzen und Leute beobachten. Viele Hauseingänge und Balkone sind hübsch verziert, hier lohnt sich ein langsamer Blick.
Ideal ist eine Kombi aus Stadtspaziergang in Vegueta und anschließendem Strandstopp an der Playa de Las Canteras. So bekommst du Stadtgefühl und Meer an einem Tag.
Tejeda
Tejeda liegt im Inselzentrum und gilt als eines der schönsten Dörfer Spaniens. Wenn du ankommst, verstehst du schnell, warum. Weiße Häuser kleben am Hang, dahinter ragt der Roque Bentayga in den Himmel.
Ich plane hier gerne eine Stunde ein für einen Spaziergang durch die Gassen und einen Kaffee mit Blick ins Tal. Probiere unbedingt das Mandelgebäck, für den der Ort bekannt ist.
Tejeda eignet sich gut als Start einer Wanderung zur Cruz de Tejeda, einem tollen Aussichtspunkt (⇨ zur Wanderung). Anders als ich solltest du in Tejeda starten, um erst berg hoch und auf dem Rückweg bergab zu steigen.
Teror
Teror zeigt eine andere Seite der Insel. Hier siehst du viele traditionelle kanarische Häuser mit hölzernen Balkonen, oft reich verziert. Im Zentrum steht die Basílica de Nuestra Señora del Pino, ein wichtiger Wallfahrtsort für die Einheimischen.
Wenn du sonntags kommst, kannst du den Wochenmarkt mitnehmen. Dann ist es zwar voller, aber auch deutlich lebendiger. Für Teror reichen ebenfalls ein bis zwei Stunden, zum Beispiel kombiniert mit einem Ausflug in den grüneren Norden.
Guayadeque-Schlucht & Höhlenwohnungen
Der Canyon wirkt im ersten Moment ruhig und unscheinbar, zeigt aber sehr schön, wie eng Natur und Tradition auf Gran Canaria zusammenhängen.
Entlang der Schlucht findest du Höhlenwohnungen, von denen einige noch bewohnt sind, andere als Restaurant genutzt werden. Tolle Erklärungen bietet das archäologische Museum (Centro de Interpretación), direkt an der Straße.
Bitte denk hier besonders an Respekt. Das sind echte Wohnhäuser, kein Freilichtmuseum. Kein Hineinfotografieren in Fenster, kein Klettern auf Mauern.
Mein Highlight war jedoch die Wanderung in Richtung Talschluss der Guayadeque-Schlucht: Leicht anspruchsvoll aber absolut lohnend „kämpft“ man sich erst vorbei an riesen Kakteen und viele andere, bunte Pflanzen, um dann hoch über die Schlucht aufzusteigen. (⇨ Zur Wanderung)
Praktische Tipps für deine Reiseplanung
Damit du deine Zeit gut nutzt und nicht nur im Auto sitzt, helfen ein paar einfache Tipps zur Planung.
Beste Reisezeit, Wetter und wie du Klima-Fallen vermeidest
Gran Canaria hat das ganze Jahr über mildes Klima. Der Süden ist meist wärmer und trockener, ideal für Strandurlaub im Winter. Im Norden und im Inselzentrum hängen öfter Wolken, es ist frischer und manchmal feuchter.
Für Strand und leichte Wanderungen mag ich Frühling und Herbst besonders. Es ist warm, aber nicht so heiß, und die Wege sind angenehmer. Baden im Meer geht eigentlich das ganze Jahr, im Winter fühlt es sich halt etwas frischer an. ⇨ Mehr Infos zur besten Reisezeit für die Insel.
Wichtig: In den Bergen kann die Temperatur locker 8 bis 10 Grad unter der Küste liegen. Dazu kommt Wind. Auch an bewölkten Tagen holst du dir sehr schnell einen Sonnenbrand, deshalb Sonnencreme nicht vergessen.
Mietwagen, Bus oder zu Fuß: Wie du zu den Sehenswürdigkeiten kommst
Wenn du viel von der Insel sehen willst, erleichtert ein Mietwagen vieles. Gerade für das Inselinnere ist ein Auto sehr praktisch. Du kannst tolle Roadtripmachen und jederzeit mal spontan anhalten.
Die Busverbindungen sind gut ausgebaut zwischen den größeren Orten, zum Beispiel zwischen südlichen Resorts und Las Palmas. Für einen Urlaub, in dem du hauptsächlich Strand und Stadt kombinieren willst, kann das reichen.
Bedenke aber:
- Die Bergstraßen sind kurvig, also entspannt fahren und genug Zeit einplanen.
- In Las Palmas und beliebten Küstenorten kann Parkplatzsuche nerven, besonders zu Stoßzeiten.
Was du für Strände und leichte Wanderungen einpacken solltest
Du brauchst keine Profi-Ausrüstung, aber ein paar Kleinigkeiten machen den Urlaub deutlich angenehmer. Ich packe für Gran Canaria immer:
- feste, leichte Schuhe für Roque Nublo und Co.
- Sonnencreme mit hoher Schutzstufe
- Kopfbedeckung für Strand und Dünen
- wiederverwendbare Wasserflasche
- dünnen Windbreaker oder Fleece für das Inselzentrum
Lieber im Zwiebellook anziehen, so bist du sowohl am Strand als auch im Bergland vorbereitet.
Was du als Nächstes tun solltest
Jetzt wo du die Hauptsehenswürdigkeiten und bekannten Highlights der Insel kennst, solltest du dir noch die Geheimtipps von Gran Canaria näher angucken. Diese sind mindestens genauso sehenswert aber weniger besucht.