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Pythagorio auf Samos
Sehenswürdigkeiten & Geheimtipps zwischen Kloster, Tunnel und Küste

Pythagorio, im Südosten der Insel Samos gelegen, war einst die antike Stadt Samos, eine bedeutende Metropole der griechischen Antike.

Heute kommen die meisten Touristen in den lebhaften Ort, um in einer der vielen Tavernen dem Hafenleben zu zugucken. Viele übersehen dabei, wie viel Sehenswertes der Ort abseits des Hafens bietet.

Für mich ist Pythagorio eines der Highlights auf Samos. Nicht wegen des beliebten Hafens, sondern wegen der Ruhe und dem Ausblick, weit über den Dächern der Stadt.

Ich war zweimal dort und habe beide Besuche mit Wanderungen zu den nah gelegenen Sehenswürdigkeiten rund um den Hausberg Kastri verbracht. Ausflüge, die von vielen leider unbeachtet bleiben, aber unglaublich lohnenswert sind.

Hier findest Du meine Highlights von Pythagorio und Umgebung.

Ich beginne mal mit meinen Geheimtipps außerhalb des Stadtzentrums und arbeite mich zum beliebten Hafen vor, also vom Berg Kastri, der hinter Pythagorio aufragt, runter ins Tal und zum beliebten Hafen:

Antike Stadtmauer auf dem Berg Kastri

Die antike Stadtmauer umfasste einst das gesamte Stadtgebiet der antiken Polis Samos. Sie wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. unter Polykrates errichtet und hatte ursprünglich eine Länge von über 6 km.

Zusammen mit dem Tunnel des Eupalinos und dem antiken Hafen bildet sie das UNESCO-Welterbe-Ensemble von Pythagorio.

Teile der einstigen Zitadelle und einem ausgedehnten Verteidigungsnetz aus Befestigungsanlagen, das sich bis zum Hafen erstreckte, sind bis heute erhalten und ziehen sich über den Bergrücken.

Die Mauer bestand aus großen, exakt behauenen Steinen und war mit Türmen und Toren ausgestattet. Dieses, mein persönliches Pythagorio Highlight, erreichst Du nur zu Fuß, es gibt keine Straßen auf den Berg.

Foto-Tipp: Das schönste Licht für Fotos hast Du ca. eine Stunde vor Sonnenuntergang, wenn die Kornblumen golden leuchten: ein Traum!!!


Kloster & Höhlenkirche Moni Spilianis

Das Kloster der Panagia Spiliani liegt auf halber Höhe des Kasti Berges, oberhalb von Pythagorio und bietet einen Panoramablick über die Stadt und das Meer. Es wurde im 17. Jahrhundert gegründet und ist der Jungfrau Maria gewidmet.

Besonders faszinierend ist die Höhlenkirche, die in eine natürliche Grotte hineingebaut wurde. Hier befindet sich eine Ikone der Gottesmutter sowie eine angeblich heilende Quelle.

Der Ort ist wunderbar ruhig und ich hätte wirklich ewig auf der aussichtsreichen Bank mit Blick auf Pythagorio verbringen können. Der Besuch ist kostenlos, jedoch solltest Du auf angemessene Kleidung achten.

Ich würde Dir empfehlen zum Kloster zu wandern, aber es ist auch per Auto erreichbar und hat sogar einen recht großen Parkplatz.


Tunnel des Eupalinos

Der Tunnel des Eupalinos, der sich unweit des Klosters befindet, ist eines der beeindruckendsten technischen Bauwerke der Antike.

Er wurde im 6. Jahrhundert v. Chr. unter der Herrschaft des Tyrannen Polykrates gebaut, um die Stadt mit Wasser aus einer Quelle im Hügel zu versorgen.

Der Tunnel ist über 1.000 Meter lang und wurde gleichzeitig von beiden Seiten in den Berg getrieben, ein mathematisches Meisterwerk für diese Zeit.

Heute gehört er zum UNESCO-Weltkulturerbe und kann auf drei unterschiedlich langen Führungen (von 20min für ca. 180 Meter bis zu einer Stunde für den ganzen Tunnel) besichtigt werden, wobei die letzte um 14:40 Uhr beginnt.

Mein Tipp: Eine der schönsten Wanderungen der Insel inkludiert die antike Stadtmauer, das Kloster Panagia Spiliani, den Ein- und Ausgang des Tunnels und eine idyllische Schlucht (⇨ Zur Tour).


Glyfada-See

Bereits wieder auf Meereshöhe angekommen, etwa 2 km westlich von Pythagorio liegt der Glyfada-See, ein salzhaltiger, flacher See, der von Süß- und Salzwasser gespeist wird.

Das Feuchtgebiet ist ein bedeutender Lebensraum für zahlreiche Vogelarten, darunter Reiher, Flamingos und verschiedene Zugvögel.

Vor allem in den Frühlings- und Herbstmonaten ist der See ein beliebter Spot für Vogelbeobachter und Naturfreunde. Man kommt (leider) nicht wirklich nah ran und ohne Fernglas konnte ich keine Tiere beobachten.


Burg von Lykourgos Logothetis

Diese Festung wurde Anfang des 19. Jahrhunderts auf den Ruinen einer byzantinischen Akropolis errichtet und spielte eine zentrale Rolle im griechischen Unabhängigkeitskrieg gegen die Osmanen.

Ihr Erbauer, Lykourgos Logothetis, war ein lokaler Freiheitskämpfer und Gouverneur. Die Burg wurde während meines Besuchs renoviert und konnte ausschließlich von außen besichtigt werden.

Ein Besuch lohnt sich trotzdem, denn von der Mauer aus hast Du einen fantastischen Ausblick über die Ägäis und die westliche Küste von Pythagorio.

Mein Tipp: Die Farben am Abend tauchen die Landschaft in ein warmes Licht, auch ohne direkten Blick auf den Sonnenuntergang: wunderschön!!


Kirche der Metamorfosis

Direkt neben der Burg liegt die Kirche der Verklärung Christi (Metamorfosis), mit ihrem hohen Glockenturm, die im Jahr 1831 erbaut wurde.

Sie war die erste große Kirche, die nach der Befreiung vom Osmanischen Reich gebaut wurde.

Genau wie die Burg war auch die Kirche während meines Besuchs geschlossen. Verpasse auch nicht den „schönen“ Friedhof, links an der Kirche vorbei, der auf einem Felsen, hoch über dem Meer thront.


Altstadt & die blaue Gasse

Die Altstadt von Pythagorio ist ein Gewirr aus schmalen, gepflasterten Gassen, in denen sich traditionelle Häuser mit bunten Fensterläden aneinanderreihen. Und zwischendrin immer mal wieder eine kleine, abgesperrte Ausgrabungsstätte.

Beim Bummeln stößt man immer wieder auf kleine Werkstätten, versteckte Cafés und urige Plätze, abseits der Hafenpromenade.

Ein besonderes Highlight ist die sogenannte blaue Gasse, eine schmale Straße, in der die Wände, Fensterläden und viel Deko in intensivem Blau gestrichen sind. Sie wurde in den letzten Jahren durch Instagram bekannt, bleibt aber ein fast authentisches Fotomotiv.


Hafenpromenade & Statue des Pythagoras

Ziel fast aller Touristen ist der Hafen von Pythagorio. Er wurde auf den antiken Hafenanlagen errichtet und ist einer der ältesten künstlichen Häfen des Mittelmeerraums.

Heute ist er das pulsierende Herz des Städtchens mit zahlreichen Tavernen, Cafés und kleinen Boutiquen direkt am Wasser.

Am Ende der Promenade, auf der Mole, steht die markante Statue von Pythagoras, dem berühmtesten Sohn der Insel und Namensgeber des Küstenortes. Sie wurde 1988 errichtet und zeigt ihn auf einem geometrischen Dreieck stehend.


Lohnt sich ein Tagesausflug nach Pythagorio?

Auf jeden Fall! Das Städtchen gehört, genau wie Potami im Nordwesten der Insel oder die Höhle des Pythagoras, zu den Highlights auf Samos. Nimm Dir einen Tag Zeit für Pythagorio und seine Umgebung und verbringe ihn wie folgt:

Morgens: Besichtige den Tunnel des Eupalinos (kleine Tour von 20min) und anschließend das Kloster Panagia Spiliani.

Mittags: Entspanne am Strand von Pythagori (dem Paralia Pithagorio). Dort gibt es auch kostengünstige Liegestühle, eine Bar und Taverne.

Nachmittags: Mach die Rundwanderung von Pythagorio durch die sehenswerte Schlucht mit dem römischen Aquädukt, bis hoch auf den Gipfel des Kastri Berges und zurück zum Hafen. Plane etwa 3–4 Stunden für diesen Samos-Geheimtipp ein! (⇨ Details zur Wanderung)

Abends: Schlender durch die Gassen der Altstadt und entlang des Hafens, genieße den Sonnenuntergang von der Festung aus und iss, am besten in einer der Seitenstraßen (z.B. im To Tigani Tis Plateias) zu Abend.