Haussitter werden
Wie Du fast kostenlos reist und in Traumhäusern wohnst
Du möchtest reisen, aber Dein Budget ist begrenzt? Oder Du suchst nach einer Möglichkeit, längere Zeit an einem Ort zu bleiben, ohne dabei tief in die Tasche greifen zu müssen?
Genau da war ich auch. Ich wollte dem nassen deutschen Winter in NRW entfliehen und lieber Zeit in Südfrankreich verbringen.
So landeten wir für vier Wochen in einem wunderschönen Landhaus im ländlichen Aquitaine, in Südwestfrankreich. Zwei tolle Spielgefährten (vierbeinig, versteht sich) und ein traumhafter Ausblick auf einen Stausee inklusive.
Housesitting ist nicht nur eine clevere Spartaktik, sondern eine echte Chance, Orte wie ein Local zu erleben, mit eigenem Zuhause auf Zeit. In diesem Artikel zeige ich Dir, wie du selbst zum Haussitter wirst, worauf du achten solltest und welche Plattformen sich wirklich lohnen.
Keine Lust, dich mit allen Details aufzuhalten und willst einfach direkt Haussitter werden? Kein Problem – hier geht’s direkt zu meiner Lieblingsplattform.
Trusted Housesitters
Für mich, die beste Haussitting Plattform für alle die Haussitter werden wollen, für weltweite Housesits!
Was ist Housesitting?
Housesitting (deutsch: Haussitting) ist eine clevere Möglichkeit, kostenlos in neuen Städten oder Ländern zu wohnen – oft mit tierischer Gesellschaft.
Als Haussitter ziehst du in das Zuhause anderer Menschen ein, während sie verreist sind, und kümmerst dich um Haus, Garten und meistens auch um Haustiere.
Du übernimmst dabei für kurze Zeit das Leben der Eigentümer, vom Blumengießen bis zum Gassigehen. Bei mir waren es schon Hunde, Katzen und drei ziemlich eigensinnige Mähroboter, die abends alleine nicht in ihr Häuschen zurück fanden.
Jede Aufgabe ist individuell, aber am Ende profitieren beide Seiten: Die Hausbesitzer können beruhigt verreisen, und du erlebst einen authentischen Aufenthalt an einem neuen Ort, ohne für die Unterkunft zu zahlen.
Haussitting-Angebote gibt’s in allen Formen, vom spontanen Wochenende bis zu monatelangen Aufenthalten.
Warum gibt es Haussitting?
Haussitting ist vor allem bei Haustierbesitzern beliebt, die ihr Tier nicht mit auf Reisen nehmen können oder möchten. Sei es aus gesundheitlichen Gründen oder weil sie ihrem Tier den Reisestress ersparen wollen.
Tierpensionen bieten oft nur standardisierte Betreuung. Viele Besitzer bevorzugen deshalb eine individuelle Lösung und vertrauen ihr Zuhause lieber einer verantwortungsvollen Person an.
Auch der Sicherheitsaspekt spielt eine Rolle: Ein bewohntes Haus schreckt Einbrecher ab und sorgt dafür, dass im Notfall schnell jemand handeln kann.
Als Haussitter gibst Du den Besitzern ein gutes Gefühl – durch Verlässlichkeit, Präsenz und liebevolle Betreuung ihrer Tiere.
Was sind die Aufgaben eines Haussitters?
Die Aufgaben können je nach Haus, Wohnung und Lebenssituation der Eigentümer sehr unterschiedlich sein. Typische Aufgaben sind zum Beispiel:
- Blumen gießen, Rasen mähen und den Garten pflegen
- Mülltonnen rechtzeitig rausstellen
- Den Briefkasten leeren und Pakete annehmen
- Haustiere versorgen: füttern, Gassi gehen, Katzenklos reinigen und natürlich ganz viel Zuwendung schenken
- Termine wahrnehmen, etwa mit dem Schornsteinfeger, Handwerkern oder zum Ablesen des Zählerstands
- Für Sicherheit sorgen, etwa durch deine Anwesenheit oder das tägliche Öffnen und Schließen von Rollläden oder Fensterläden
- Regelmäßig lüften und nach dem Rechten sehen
Die genauen Aufgaben findest Du meist direkt in den Inseraten.
Mein Tipp: Kläre im Vorabgespräch genau ab, was von Dir erwartet wird. So kannst Du besser einschätzen, wie viel Zeit du für die Aufgaben brauchst und wie viel Freizeit du tatsächlich hast.
Gerade wenn Tiere im Spiel sind, solltest Du ehrlich zu Dir selbst sein: Traust Du Dir die Verantwortung wirklich zu? So würde ich mich z.B. um keinen Haussit bewerben, bei dem ich für Pferde zuständig wäre!
Wie wird man Haussitter?
Haussitter ist kein geschützter Beruf. Es gibt also keine spezielle Ausbildung oder ein Studium, das Du dafür absolvieren müsstest. Grundsätzlich kann sich jeder als Haussitter bezeichnen und seine Dienste anbieten.
In der Praxis läuft vieles über spezielle Online-Plattformen. Dort melden sich Haus- und Wohnungsbesitzer an, die während ihrer Abwesenheit eine vertrauenswürdige Person suchen. Genau hier kommst Du ins Spiel.
Alles, was Du tun musst: Registriere Dich auf einer dieser Plattformen und bewirb Dich auf passende Inserate. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl seriöser Anbieter, die Haussitter und Eigentümer zusammenbringen.
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Welche Plattformen für Housesitter gibt es?
Da Housesitting immer beliebter wird, wächst auch die Auswahl an Plattformen und Anbietern stetig.
Meist kannst Du kostenlos auf den Webseiten nach passenden Angeboten stöbern. Sobald Du Dich jedoch bewerben möchtest, ist in der Regel eine kostenpflichtige Registrierung erforderlich.
Hier eine Auswahl größerer Anbieter:
Trusted Housesitters
Trusted Housesitters ist die wahrscheinlich die bekannteste Haussitting Plattform und mein persönlicher Favorit. Kostenlos kannst Du Dir die vorhandenen Angebote angucken. Willst Du Dich bewerben, musst Du Dich jedoch für eine Mitgliedschaft entscheiden.
Es gibt 3 verschiedenen Optionen:
-Basic Sitter: € 139.00 pro Jahr
-Standard Sitter: € 199.00 pro Jahr
-Premium Sitter: € 269.00 pro Jahr
⇨ Hört sich erstmal nicht ganz preisgünstig an aber wenn ich für 3 Wochen in einem französischen Schlösschen wohnen kann, investiere ich dafür gerne € 139.00 im Jahr.
Mein Tipp: Meiner Erfahrung nach reicht die Basic-Option völlig aus. Die teureren Mitgliedschaften bieten zusätzliche Leistungen wie tierärztliche Beratung per Telefon oder Video sowie Unfall- und Haftpflichtversicherung. Ich persönlich empfinde diese Extras jedoch nicht als zwingend notwendig.
Wichtig: Seit Dezember 2025 fällt pro bestätigtem Housesit eine Buchungsgebühr von 10€ an. Diese wird fällig, sobald sich Housesitter und Hausbesitzer verbindlich auf einen Sit geeinigt haben.
Weitere, größere Haussitter Plattformen sind MindMyHouse, Normador, House Carers und Housesit Match. Welche Plattform die richtige ist, hängt ganz von Deinen persönlichen Vorlieben ab.
Warum Trusted Housesitters mein Favorit ist
Ich finde auf Trusted Housesitters eine große, internationale Auswahl an Angeboten auf der ganzen Welt. Bis jetzt habe ich ausschließlich positive Erfahrungen mit den gelisteten Hauseigentümern gemacht, die Recherche ist übersichtlich und die Plattform hat mich nie enttäuscht.
Wie viel verdient man als Housesitter?
Es gibt Menschen, die Haussitting als selbstständige Tätigkeit nutzen und ihre Dienste gegen Bezahlung anbieten. Wenn Du planst, Haussitting professionell und gegen Honorar auszuüben, benötigst Du dafür einen Gewerbeschein.
Ich persönlich sehe Haussitting als ein faires Tauschgeschäft. Ich bekomme keinen Lohn, meine „Bezahlung“ ist der Aufenthalt an einem schönen Ort und die Gesellschaft von liebevollen Haustieren.
Genau nach diesem Prinzip funktionieren auch die meisten Plattformen: Du wohnst kostenlos im Haus oder in der Wohnung einer anderen Person und übernimmst dafür bestimmte Aufgaben des Alltags.
Oft gehört dazu die Betreuung von Haustieren. Anreise und Verpflegung zahlst Du in der Regel selbst, während die Besitzer meistens die laufenden Nebenkosten wie Strom und Wasser übernehmen.
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Tipps für Dein Bewerbungsprofil als Haussitter
Bevor Du Dich für einen Haussit bewerben kannst, musst Du ein aussagekräftiges Profil erstellen. Dieses enthält Informationen zu Deiner Person, Deiner Motivation und allen relevanten Erfahrungen.
- Gib unbedingt an, ob Du bereits Haussitting-Erfahrungen gesammelt hast oder Erfahrung im Umgang mit Tieren und Gartenarbeit mitbringst. Auch wenn nicht, kannst Du anführen, dass Du z. B. regelmäßig auf die Tiere von Bekannten aufgepasst hast oder selbst Haustiere hast.
- Falls Du selbst Haus- oder Wohnungsbesitzer bist, erwähne das unbedingt. Das zeigt, dass Du ein Verständnis für die Verantwortung mitbringst, die mit Eigentum verbunden ist.
- Sprachkenntnisse sind ein weiterer Pluspunkt. Wenn Du mehrere Sprachen sprichst – insbesondere die Landessprache des Einsatzortes – erwähne das ausdrücklich. Viele Hausbesitzer schätzen es, wenn Du Dich mit Nachbarn, Handwerkern oder im Notfall mit einem Arzt verständigen kannst. Meine Französischkenntnisse waren bei jeder Bewerbung ein Pluspunkt!
- Achte bei Deinem Profilfoto auf einen sympathischen, vertrauenswürdigen Eindruck. Ideal ist ein Bild, auf dem Du mit Tieren zu sehen bist. Keine Partyfotos!
- Schau Dir erfolgreiche Profile anderer Haussitter auf der jeweiligen Plattform an. Was schreiben sie über sich? Wie präsentieren sie ihre Erfahrungen? Lass Dich inspirieren aber kopiere nichts eins zu eins.
- Die meisten Plattformen sind auf Englisch. Wenn Du Dir mit der Sprache unsicher bist, überprüfe das Geschriebene vorab mit dem Deepl-Translator oder schreibe den Text komplett auf Deutsch und lasse ihn anschließend durch ein Online-Tool übersetzen.
- Personalisiere jede Bewerbung, die Du verschickst. Gehe dabei auf die gestellten Anforderungen ein und erwähne, wie Du diesen gerecht werden willst.
Grundlegende Haussitting-Tipps
- Frage nach, wenn Du unsicher bist. Du übernimmst eine große Verantwortung für ein Zuhause und oft auch für geliebte Haustiere. Stelle sicher, dass Du alle wichtigen Informationen hast und Dich in Deiner Rolle wohlfühlst. Es ist besser, eine Frage zu viel zu stellen als eine zu wenig.
- Behandle Haus und Tiere, als wären sie Dein eigenes. Die Besitzer vertrauen Dir ihr Eigentum und manchmal sogar ihre tierischen Familienmitglieder an. Gehe respektvoll mit allem um und zeige, dass Du diese Verantwortung ernst nimmst.
Ein kleiner Tipp aus meiner Erfahrung: Ich sende während des Aufenthalts regelmäßig Fotos der Tiere an die Besitzer. Das gibt ihnen ein gutes Gefühl und bestätigt, dass ihre Lieblinge in guten Händen sind.
- Hinterlasse das Zuhause in einwandfreiem Zustand. Der letzte Eindruck zählt. Ziehe die Bettwäsche ab, sauge durch, leere Mülleimer, reinige gegebenenfalls die Katzentoilette. Mache einfach alles, was nötig ist, damit die Rückkehr der Besitzer so angenehm wie möglich wird.
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Mein persönliches Fazit zum Haussitter werden und sein
Das Kennenlernen und Erleben des Haussitting-Konzepts war für mich eines der Highlights der letzten Jahre.
Durch Haussitting haben wir Regionen in Frankreich und Italien entdeckt, die ich sonst nie besucht hätte, einfach, weil sie nie auf meiner Liste standen. Gleichzeitig durften wir in richtigen Villen wohnen, die unser Reisebudget unter normalen Umständen nie zugelassen hätte.
Besonders in Erinnerung geblieben sind mir sechs wunderbare Wochen in der mir völlig unbekannten Region Marken in Italien. Dort haben wir Ancona, den Monti Sibillini Nationalpark und eines der größten Höhlensysteme Europas erkundet.
Auch die vier Winterwochen an der Côte d’Azur waren ein echtes Highlight. Die Verdonschlucht und die Gorges du Loup ganz ohne Touristen zu erleben, war schon einmalig!
Ein ganz persönliches Plus für mich: für eine begrenzte Zeit ein Haustier zu haben. In meinem Alltag ist das leider nicht möglich aber durch Haussitting darf ich immer wieder liebevolle Tiere betreuen und Zeit mit ihnen verbringen.
Mir ist bewusst, dass nicht jeder so ortsunabhängig arbeiten kann wie ich. Aber auch für Menschen mit begrenzter Freizeit bietet Haussitting eine tolle Möglichkeit, Urlaub in besonderen Unterkünften zu machen, oft in herrschaftlichen Anwesen, die sich sonst kaum jemand leisten könnte.
Auch auf Inseln wie Malta, Sizilien und vor allem auch Mallorca werden immer wieder Haussitter gesucht!
Wichtig ist nur: Du solltest immer die Wünsche und Bedürfnisse der Besitzer im Blick behalten. So sicherst Du Dir nicht nur gute Bewertungen, sondern auch die Chance auf viele weitere unvergessliche Haussitting-Erlebnisse.
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