Chios Mastix
Alle Infos über das einzigartige Produkt sowie weitere Gründe für Deinen Inselbesuch
Fragst Du Dich, was Chios Mastix so besonders macht und welche Gründe es sonst noch für einen Inselbesuch gibt? Dann bist Du hier richtig!
Die fünftgrößte griechische Insel hat etwas, das sie von allen anderen abhebt: Mastix! Dieses besondere Harz wird nur hier, im Süden von Chios, seit Jahrhunderten geerntet.
Aber Chios hat noch viel mehr zu bieten: Über 90 Strände, urige Dörfer, unberührte Natur und – fast keine Touristen! Ein echter Geheimtipp im Ägäischen Meer, wobei Mastix eine wichtige Rolle in der Kultur und Natur der Insel spielt.
Ich war vier Tage auf der Insel unterwegs und habe trotzdem noch längst nicht alles gesehen. Es gibt einfach so viel zu entdecken, dass ich definitiv nochmal wiederkommen muss.
Hier erfährst Du alles über das Chios Mastix, das Herzstück der Insel, das von der UNESCO als Kulturerbe anerkannt wurde. Außerdem erhältst Du von mir fünf weitere Gründe, warum Chios unbedingt auf Deine Reiseliste gehört.
Was ist Chios Mastix und warum ist die Insel bekannt dafür?
Chios Mastix ist mehr als nur ein Produkt – es ist ein Stück kulturelles Erbe, das die Insel perfekt widerspiegelt. Schon seit Jahrhunderten hat die Mastix Produktion das Leben der Inselbewohner geprägt.
Die Mastixbäume oder auch Mastixsträucher, wissenschaftlich bekannt als Pistacia lentiscus, wachsen in den sogenannten „Mastix-Dörfern“ im Süden der Insel.
Der Herstellungsprozess ist so einzigartig, dass er von der UNESCO als immaterielles Kulturerbe der Menschheit anerkannt wurde.
Sobald das Harz gehärtet ist, wird es in vielerlei Produkten verwendet – von Kaugummi und Süßigkeiten bis hin zu Kosmetik und Medikamenten.
Sein typisches, leicht harziges Aroma und der leicht bittere Geschmack machen es zu einer beliebten Zutat in der mediterranen Küche, vor allem in Desserts und Likören. ⇨ Hier findest Du die ganze Palette an Produkten, in den Chios Mastix enthalten ist.
Mein erster Kontakt mit Mastix? Schon bei meiner Anreise auf die Insel, auf dem Flug von Athen, gab es einen kleinen Snack mit Mastix – eine nette Einstimmung!
Auf der Insel selbst begegnet es Dir dann überall: in Shops, Cafés und sogar in den kleinsten Kiosks. Mastix ist wirklich allgegenwärtig.
Infos zur Mastix Produktion
Die Produktion von Mastix auf der griechischen Insel Chios ist ein traditioneller Prozess, der seit Jahrhunderten von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Ganz ohne industrielle Verarbeitung wird Mastix auch heute noch ausschließlich von Hand geerntet, hauptsächlich in den Mastix-Dörfern im Süden der Insel.
Im Spätsommer ritzen die Bauern die Rinde der Mastixbäume an, damit das Harz langsam herausfließen kann. Die Tropfen, die am Baum erstarren, werden nach und nach aufgesammelt, sorgfältig gereinigt und anschließend an der Luft getrocknet.
Das Ergebnis ist ein Naturprodukt, das ohne maschinelle Hilfe entsteht und in seiner reinen Form verwendet wird.
Dieser schonende und handwerkliche Prozess macht Mastix zu einem besonders hochwertigen und natürlichen Produkt, das auf der ganzen Welt geschätzt wird denn Mastix bleibt stets naturbelassen und unverfälscht.
Mastix Museum
Das Mastix-Museum, nahe dem Dorf Pyrgi, ist der perfekte Ort, um mehr über dieses besondere Produkt zu erfahren.
Eigentlich bin ich kein großer Fan von Museen, aber das Mastix Museum ist interaktiv und wirklich spannend gestaltet und definitiv einen Besuch wert.
Du erfährst nicht nur, wie viel harte Handarbeit hinter der Gewinnung dieses Kulturguts steckt, sondern bekommst auch einen interessanten Einblick in die Geschichte der Insel – von der ich persönlich vorher keine Ahnung hatte!
Mein Tipp: Verpasse nicht den informativen Film in der Ausstellung! Wenn Du noch mehr über die spannende Geschichte der Insel erfahren möchtest, schau Dir auch das Archäologische Museum und das Schifffahrtsmuseum in Chios-Stadt an.
Das Mastix Museum ist sehr interaktiv und multimedial aufgebaut.
Nach dem Rundgang innen, kannst Du von der großen Terrasse aus den fantastischen Blick über die sanften Hügel mit den kleinen Mastix-Dörfern genießen, durch die Plantage spazieren und Dir die verschiedenen Mastixbaum-Arten anschauen.
Schlussendlich kannst Du Dich im Museumsshop mit Mastix-Produkten eindecken – von Schokolade über Kaugummi bis hin zu Likör. Mastix ist auf der Insel fast überall zu finden und ein perfektes Mitbringsel.
5 weitere Gründe für Deinen Besuch auf Chios
Hier sind noch ein paar weitere Highlights von Chios, die Du Dir unbedingt anschauen solltest.
1. Das bemalte Dorf Pyrgi
Chios hat viele malerische, traditionelle Dörfer. Mein Favorit war Pyrgi, im Süden der Insel, das von vielen als eines der schönsten Dörfer auf ganz Chios angesehen wird.
Pyrgi ist das größte der über 20 Mastix-Dörfer, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören. Berühmt ist es für die einzigartigen schwarz-weißen geometrischen Muster, die fast jede Hausfassade schmücken.
In jedem dieser Dörfer spielt Mastix eine zentrale Rolle im Alltag der Menschen.
Beim Schlendern durch die engen, labyrinthartigen Gassen von Pyrgi fühlte es sich an, als würde ich durch ein lebendiges Museum schlendern.
Diese traditionelle Kunstform nennt sich „Xysta“ und macht das Dorf zu einem visuellen Highlight. Die Ursprünge von Xysta reichen zurück bis ins Mittelalter, als Chios von der genuesischen Adelsfamilie regiert wurde.
Wie wird Xysta hergestellt? Zuerst wird der Putz auf die Wände aufgetragen, dann zeichnen die Künstler die Muster mit schwarzer Farbe darauf. Anschließend wird der Putz teilweise wieder abgekratzt, um die weißen Linien freizulegen, die die typischen Designs formen.
2. Chios‘ unberührte Natur
Die unberührte Natur der Insel ist definitiv ein Grund, warum Chios einen Besuch wert ist! Ich war total beeindruckt von der Vielfalt der Landschaft:
Der Norden und Nordwesten der Insel wird von felsigen Bergen und steilen Klippen dominiert. Der Berg Pelinnaio ist mit fast 1300 Metern der höchste Punkt der Insel.
Das Zentrum von Chios ist geprägt von weitläufigen Mastixwäldern. Hier ist die Landschaft grün und üppig, mit vielen kleinen Dörfern, die sich an die Hänge schmiegen.
Nordwestlich von Chios-Stadt liegt das karge, baumlose Aepos-Plateau. Die Südküste bietet einige der schönsten Strände der Insel, mit kristallklarem Wasser und weichem Sand. Die Westküste ist für ihre abgelegenen Buchten und kleinen Fischerdörfer bekannt.
Wandern auf Chios
Ich war echt überrascht von der Anzahl der wunderschönen Wanderwege auf Chios. Sie werden vom Verein Friends of Chios Trails und vielen Freiwilligen gepflegt.
Für einen guten Überblick über die verschiedenen Wandermöglichkeiten, schau mal bei Chios Hiking vorbei.
Die Insel hat kürzlich auch einen 90 km langen Fernwanderweg eröffnet, der perfekt ausgeschildert und gepflegt ist.
Er verläuft in 7 Etappen von Lithi Beach im Westen bis zum Agiasmata Beach im Norden. Ich bin die erste und die letzte Etappe gelaufen und fand beide einfach wunderschön.
Leider ist es (noch) schwierig, als individueller Wanderer die Etappen zu erreichen und wieder zurückzukommen, da es in diesen Gegenden kaum öffentlichen Nahverkehr gibt.
Deshalb empfehle ich Dir, mit einem lokalen Guide von Chios Trails zu wandern – so wie ich es gemacht habe.
Der Vorteil liegt auf der Hand: Du erfährst so viel mehr über die Insel, ihre Geschichte und die lokale Pflanzen- und Tierwelt!
George, der Gründer von Chios Trails, kennt die Insel in- und auswendig, spricht perfektes Englisch und hilft Dir auch gern bei der Planung anderer Wanderungen oder bei der Organisation von Transfers, falls Du allein unterwegs sein möchtest. (⇨ Georges‘ Email).
3. Das Kloster von Nea Moni
Nea Moni (Neues Kloster) gehört zu den bedeutendsten byzantinischen Denkmälern Griechenlands und ist seit 1990 UNESCO-Weltkulturerbe. Es liegt im Zentrum der Insel, in einem ruhigen, bewaldeten Tal.
Das Kloster wurde im 11. Jahrhundert vom byzantinischen Kaiser Konstantin IX. Monomachos gegründet, der versprach, ein Kloster zu bauen, wenn er Kaiser wird.
Während des Massakers von Chios 1822, das im Rahmen des griechischen Unabhängigkeitskrieges gegen die osmanische Herrschaft stattfand, fanden hier 2000 Chioten, die im Kloster Zuflucht gesucht hatten, den Tod.
In der kleinen Kapelle am Eingang des Klosters werden zahlreiche Schädel mit Einschusslöchern ausgestellt, um an diese Grausamkeit zu erinnern.
Ein Erdbeben im Jahr 1881 zerstörte die Kuppel der Kirche und den Glockenturm. Ab 1900 wurde alles wieder aufgebaut und restauriert.
Die Kuppelkirche beeindruckt durch ihre fein gearbeiteten Mosaike und die ungewöhnliche achteckige Kuppelkonstruktion. Du kannst auch den Speisesaal der Mönche und ein kleines Museum innerhalb der Klostermauern besichtigen.
4. Geisterdorf Anavatos
Die Lage des heutigen Geisterdorfs Anavatos, etwa 20 km westlich von Chios-Stadt, ist schon spektakulär – es klebt förmlich an einer 400 Meter hohen Klippe.
Mein Foto Tipp: Besuchen Sie das Dorf am Vormittag, die Nachmittagssonne ist nicht ideal, um das Dorf zu fotografieren (siehe mein Bild unten).
Das mittelalterliche Dorf wurde nach dem Massaker von Chios 1822 und dem Erdbeben von 1881 verlassen.
Heute ist eine ältere Dame die einzige Bewohnerin. Abgesehen von ihr gibt es nur ein kleines Café am Dorfeingang, das den Ruinen ein wenig Leben einhaucht.
Du kannst frei durch die Überreste der Häuser schlendern und Dich umsehen. Leider ist es aufgrund von Restaurierungsarbeiten nicht mehr möglich, zur Festung und Kirche auf der Spitze des Hügels hinaufzusteigen.
5. Chios Stadt
Die lebhafte Hafenstadt Chios Town ist auf den ersten Blick etwas überwältigend – vor allem, wenn Du wie ich vorher im verlassenen Norden der Insel gewandert bist. Fast die Hälfte der Inselbevölkerung lebt hier.
Besonders schön ist die Burg von Chios. Hinter den gut erhaltenen Stadtmauern verbirgt sich ein Stadtviertel mit engen Gassen, alten Häusern und vielen süßen, aber scheuen Katzen.
Verpasse auf keinen Fall einen Besuch der aufwendig restaurierten alten osmanischen Bäder im nördlichen Teil der Burg.
Etwa einen Kilometer weiter nördlich, außerhalb der beeindruckenden Stadtmauern, findest Du die ikonischen vier Windmühlen – ein Wahrzeichen und beliebter Fotospot.
Im moderneren Teil der Stadt, auf dem Hauptplatz Vounaki, steht die ehemalige Mecidiye-Moschee, in der heute das Byzantinische Museum untergebracht ist.
Etwa 3 Kilometer südlich des Stadtzentrums, südwestlich des Flughafens, liegt Kampos. Im 14. Jahrhundert lebten hier die wohlhabenden Bürger der Stadt in diesem grünen Tal. Dank natürlicher Wasserquellen entstanden große Gärten mit Obst- und Zitrusbäumen.
Im Zitrusmuseum, das in einer solchen Villa mit Garten untergebracht ist, erfährst Du mehr über diese Zeit. Dort kannst Du viele Zitrusprodukte kaufen oder, was ich empfehle, sie im angrenzenden, wunderschönen Café vor Ort probieren. (⇨ Location).
Zusammenfassung
Chios ist weltweit für seine einzigartige Mastix-Produktion berühmt – das Harz, das nur hier auf der Insel gewonnen wird und tief in der Geschichte und Kultur von Chios verwurzelt ist.
Doch die Insel hat weit mehr zu bieten als nur Chios Mastix und wenn Du kannst, nimm Dir mehr als nur einen Tag für die Erkundung Zeit.
Mit über 90 unberührten Stränden, malerischen Dörfern (viele davon geprägt durch die Mastix-Produktion) und einer beeindruckenden, oft menschenleeren Natur ist Chios ein echter Geheimtipp in der Ägäis.
Diese Kombination aus kulturellem Erbe und wunderschöner Landschaft macht die Insel zu einem faszinierenden Reiseziel, das weit abseits des Massentourismus liegt.
Offenlegung
Diesen Artikel konnte ich schreiben, weil ich von der Tourismusabteilung der Region Chios zu einer Pressereise eingeladen wurde. Meine Meinung wurde dadurch in keiner Weise beeinflusst, und es gab auch keine Vorgaben für diesen Artikel. Vielen Dank dafür!
Auch ein großes Dankeschön für die tollen Erlebnisse, die ich vor Ort haben durfte!