Potami auf Samos
Strand, Schlucht & Wasserfälle in Samos’ Nordwesten
Potami auf Samos ist kein Ort, den man einfach „besichtigt“, es ist einer, den man erlebt. Während die meisten Touristen die Strände im Süden belagern, liegt im Nordwesten ein verstecktes Naturparadies: eine grüne Schlucht, einsame Strände und viele kleine Wasserfälle, die aussehen wie aus einem Dschungelfilm.
In meinen zwei Wochen auf Samos habe ich Potami gleich zweimal besucht, für zwei Wanderungen, die unterschiedlicher kaum sein könnten, aber beide unvergesslich waren.
Hier findest Du alles Wissenswerte über die drei Highlights, die Potami so besonders machen: den herzförmigen Kiesstrand, die wilde Potami-Schlucht und die versteckten Wasserfälle mitten im Wald.
Anschließend weißt Du, warum du diesen Ort auf Samos auf keinen Fall verpassen solltest.
1. Potami Beach: Herzförmiger Strand
Potami bedeutet auf Griechisch „Fluss“ und genau an der Mündung eines solchen liegt dieser rund einen Kilometer lange Kiesstrand.
Umgeben von Pinienduft und dichten Hängen, lädt das türkisfarbene Wasser der Ägäis zum Baden und Abschalten ein. Viele halten ihn für den schönsten Strand der Insel – und spätestens beim Blick von oben versteht man, warum.
Die beste Aussicht auf die Bucht hast du von der kleinen Agios-Nikolaos-Kirche, die auf einem Hügel über dem Strand thront (⇨ Lage). Besonders zum Sonnenuntergang wirkt dieser Ort fast magisch: ruhig, menschenleer, absolut fotogen.
Am Strand findest du Liegen und Sonnenschirme bei Hippy’s Restaurant. Wenn du hier etwas bestellst, darfst du kostenlos liegen bleiben.
Alternativ kannst du dich auch frei am Kiesstrand ausbreiten. Für das Abendessen empfehle ich die Potami Beach Bar auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Dort haben wir sehr gut gegessen und direkt danach den Sonnenuntergang genossen.
Zwei weitere Tavernen liegen unterhalb der Aussichtskirche, die ich aber selbst nicht getestet habe. Parken kannst du entweder oben an der Kirche oder am westlichen Ende der Bucht, wo der Wanderweg zu den Seitani-Stränden beginnt, eine der schönsten Wanderungen der Insel.
2. Die Potami-Schlucht
Nur wenige Schritte vom Strand entfernt beginnt ein völlig anderer Mikrokosmos: die grüne Potami-Schlucht.
Zur Erkundung empfehle ich eine Rundwanderung, die zwar kurz ist, aber mit einem steilen Aufstieg (gleich zu Beginn) und einem steilen Abstieg in die Schlucht verbunden ist. Der Rückweg verläuft dann entspannt durch das idyllische Flussbett.
Die rund 2,5 Kilometer lange Route führt vorbei an der kleinen, byzantinischen Metamorfosi-Kapelle aus dem 11. Jahrhundert, über teils morsche Holzbrücken und entlang kleiner Naturpools, die vom Potami-Fluss gespeist werden.
Ein zusätzliches Mini-Abenteuer wartet in der Schlucht mit dem Besuch der Taverne Archontissa, die hoch über dem Fluss auf einem Felsvorsprung thront.
Du erreichst sie innerhalb der Schlucht nur über eine abenteuerlich windschiefe Holztreppe. Genau richtig für alle, die es ein bisschen Nervenkitzel mögen.
Für die Rundwanderung ist gutes Schuhwerk wegen der steilen Passagen Pflicht. Wer es gemütlicher mag, kann auch einfach durch die Schlucht hineinlaufen und denselben Weg wieder zurückgehen, das ist für jede Kondition machbar.
Potami-Schlucht
Wanderzeit: 1std | Länge: 2,5km | Höhenmeter: ↑ 110 & ↓ 110 |
Schwierigkeit: leicht
⇨ GPS-Daten auf Komoot
3. Die Potami-Wasserfälle
In der Schlucht wartet das nächste Highlight: die Wasserfälle von Potami, versteckt mitten im Wald.
Trocken kommst du dort nicht hin, der Zugang führt durch das Wasser. Je nach Jahreszeit kann das Wasser in der Schlucht bis zur Brust reichen, kleinere Personen müssen eventuell ein Stück schwimmen. Mir war das im Juni, bei starkem Wind, zu kalt.
Dort, wo du in 5-10min durchs Wasser zum ersten Wasserfall gelangst, wartet ein weiteres, kleines Abenteuer: eine steile, leicht wackelige Holztreppe, die zur Taverne Archontissa führt.
Der Aufstieg war anfangs echt eine Überwindung, vor allem, weil ich ständig gehofft habe, dass mir bloß niemand entgegenkommt. Und weil ich wusste: Denselben Weg muss ich auch wieder zurück.
Aber der Rückweg war dann gar nicht mehr so dramatisch. Vielleicht hatte ich mich einfach an die wilde Kraxelei gewöhnt. Schwindelfrei solltest du hier auf jeden Fall sein.
Kleiner Tipp: Du erreichst die Taverne alternativ auch ganz einfach über eine kleine Straße, aber das macht natürlich viel weniger Spaß.
Von der aussichtsreichen Terrasse des Restaurants führt eine zweite, weniger spektakuläre Holztreppe auf die Rückseite des ersten Wasserfalls.
Auch dort findest du weitere Wasserpools, in die du steigen kannst, um dem Flusslauf weiter talabwärts zu folgen und weitere Wasserfälle zu entdecken.
Schwimmsachen solltest du für diese Wasserfall-Wanderung unbedingt dabeihaben. Ein Drybag für Handy und Wertsachen ist hier kein Luxus, sondern echte Notwendigkeit, denn es gibt keine Möglichkeit deine Klamotten irgendwo sicher abzulegen.
Lohnt sich ein Tagesausflug nach Potami?
Ohne zu zögern: JA! Potami gehört, genau wie der beliebte Hafenort Pythagorio und die Höhle des Pythagoras zu den Highlights auf Samos. Nimm Dir einen Tag Zeit und verbringe ihn wie folgt:
Morgens: Küstenwanderung zum Mikro Seitani und dem Paralia Megalo Seitani Beach, den abgelegenen Seitani-Stränden, die nur per Boot oder zu Fuß erreichbar sind (⇨ Details zur Wanderung)
Mittags: Chillen auf den Liegestühlen von Hippy’s Restaurant direkt am Potami Strand.
Nachmittags: Rundwanderung durch die Potami Schlucht (⇨ Details zur Wanderung) inkl. Besuch der Wasserfälle, wenn es nicht zu kalt ist und der Archontissa Taverne.
Abends: Genieße dein Abendessen z.B. griechische Tapas – „Mezedes“ in der Potami Beach Bar und anschließend den wahrscheinlich kitschigsten Sonnenuntergang der Insel von der Agios-Nikolaos-Kirche.
Übernachtungs-Tipp
Wenn Du abends nicht mehr zurück zu Deiner Unterkunft fahren willst oder ein paar Tage im idyllischen Norden in Potami verbringen willst, empfehle ich die Zimmer und Appartements im familiengeführten Potami Mountain, 80m über dem Meer, mit herrlicher Aussicht.