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Die Höhle des Pythagoras auf Samos
Tipps, Anfahrt & Erfahrungen

Der Besuch der Höhle des Pythagoras ist schon ein kleines Abenteuer. Nicht nur die Höhle, sondern auch die An- und Rückfahrt sind nicht ohne.

Eigentlich wäre ich lieber zu Fuß unterwegs gewesen, aber Mitte Mai war es mir schlicht zu warm zum Wandern.

Außerdem müssen Wanderer denselben Weg nehmen wie Autofahrer und die Insel hat definitiv spannendere und landschaftlich reizvollere Wanderungen, abseits der Straßen, zu bieten.

Also habe ich mich entschieden, mit dem Auto von Marathokambos aus hochzufahren und anschließend über Votsalakia zurückzukehren.

Jetzt, wo ich den Straßenzustand kenne, würde ich es anders machen. Aber ganz ehrlich: Die Pythagoras-Höhle und ihre spektakuläre Lage im imposanten Kerkis-Massiv sind den Besuch auf jeden Fall wert, ganz egal, wie mühsam die Anreise ist.

Hier findest Du alles Wissenswerte zu diesem Ausflug.

Die Höhle des Pythagoras

Der Aufstieg zur Höhle des Pythagoras ist kurz, aber knackig, vor allem, wenn die Sonne ordentlich auf die Steinstufen knallt. Rund 100 Höhenmeter sind es vom Parkplatz bis zum Eingang, und die ca. 320 Treppenstufen sind stellenweise richtig steil.

Ein Geländer gibt’s zwar, aber das solltest Du nur anfassen, wenn Du vorher genau hinschaust: Einige Abschnitte hängen eher locker an ein paar rostigen Nägeln.

Meine Freundin, die mit mir unterwegs war, wäre fast in die Tiefe gesegelt, als sie sich daran festhalten wollte…

Auf halber Strecke kommt man an der kleinen Kapelle Agios Ioannis Theologos vorbei. Ein schöner Ort für eine kurze Verschnaufpause und einen Blick ins Innere, bevor es weiter bergauf geht.

Direkt vor dem Eingang zur Höhle steht eine zweite, winzige Kapelle: Panagia Sarantakaliotissa. Dahinter wartet dann die eigentliche Pythagoras-Höhle.

Seien wir mal ehrlich: Die Höhle selbst ist nur ein paar Meter tief und nicht wirklich spektakulär. Aber die Aussicht von hier, bis nach Votsalakia an der Küste, ist wirklich toll!

Es gibt hier oben nur eine einzige kleine Bank zum Durchschnaufen und Ausblick genießen, weitere Sitzgelegenheiten gibt’s keine.

Übrigens: Gleich neben der bekannten Pythagoras-Höhle liegt eine zweite, tiefere Höhle. Dort kannst Du, bis zu einem kleinen Wasserbecken, ein paar Meter hineingehen. Danach ist Schluss, der weitere Zugang ist versperrt.

Zurück geht’s dann auf demselben Weg. Wir haben für Auf- und Abstieg inklusive kurzer Besichtigung etwa 30 Minuten gebraucht.

Anders als für Pythagorio oder Potami brauchst Du für dieses Samos Highlight nur 1-2 Stunden (wegen der Anfahrt) und keinen ganzen Tag einplanen.


Anreise mit dem Auto

Mit dem Auto (oder Motorrad) hast Du zwei Möglichkeiten, die Höhle des Pythagoras zu erreichen, je nachdem, von welcher Seite Du kommst.

Ich bin von Marathokambos hochgefahren, habe die Höhle erkundet und bin dann auf der anderen Seite wieder runter nach Votsalakia.

Rückblickend würde ich es anders machen und nach Marathokambos auf demselben Weg zurück fahren oder mir alternativ einen kleinen Geländewagen mieten.

Die Route über Votsalakia ist landschaftlich schön, aber nichts für schwache Nerven oder tiefergelegte Fahrzeuge.

Anfahrt von Marathokambos

Direkt gegenüber vom Hauptparkplatz startet eine schmale, aber durchgehend asphaltierte Straße.

Sie windet sich in engen Kurven rund sechs Kilometer bergauf bis zur Höhle. Es gibt einige Stellen zum Ausweichen, aber wirklich viel Platz ist nicht.

Wir hatten Glück, uns kam niemand entgegen. Die Strecke ist zwar schmal, aber mit etwas Geduld und Aufmerksamkeit gut zu fahren.

Rückfahrt nach Votsalakia

Am Aufgang zur Höhle steht zwar ein Schild, das vor der engen Straße warnt, aber das gleiche Schild gibt es auch auf der Marathokambos-Seite.

Doch gleich nach zwei, drei Kurven wurde klar: Diese Straße ist wirklich enger und vor allem nicht komplett geteert!

Es gibt insgesamt zwei Abschnitte, die unbefestigt und voller losem Geröll sind. Wer mit einem normalen Mietwagen unterwegs ist, braucht hier gute Nerven und etwas Fingerspitzengefühl.

Erst weiter unten, kurz vor Kambos bzw. Votsalakia, wird die Straße wieder breiter und deutlich besser befahrbar.


Vor Ort an der Pythagoras Höhle

Parken

Direkt vor dem kleinen Café, am Ende der Straße, gibt es genau zwei bis drei Parkplätze – je nachdem, wie großzügig oder kreativ geparkt wird. Wir hatten Glück und haben noch einen freien Platz erwischt.

Was passiert, wenn die belegt sind? Gute Frage. Eine offizielle Ausweichmöglichkeit ist mir nicht aufgefallen. Vermutlich bleibt dann nur, irgendwo weiter unten am Straßenrand zu halten, aber da wird’s schnell sehr eng.

Mein Tipp: Fahr am besten früh am Tag los, um die besten Chancen auf einen Parkplatz (und einen schattigeren Aufstieg) zu haben.


Café

Wie schon erwähnt gibt es neben dem Parkplatz einen Kiosk / Bar. Die Preise sind aufgrund der Lage etwas teurer als woanders, vor allem den angebotenen Honig würde ich lieber woanders kaufen. Natürlich gibt es hier auch Souvenirs rund um Pythagoras.


Für wen lohnt sich der Besuch und was solltest Du mitbringen?

Für wen lohnt sich der Besuch?

Wenn Du halbwegs sportlich bist, ist der kurze, aber steile Aufstieg kein Problem. Auch mit älteren Kindern ist der Weg gut machbar.

Weniger geeignet ist die Tour allerdings für Menschen mit starker Höhenangst oder Mobilitätseinschränkungen. Rollstuhlfahrer oder Kinderwagen haben aufgrund der vielen steilen Stufen leider keine Chance.

Was solltest Du mitbringen?

Am wichtigsten: festes Schuhwerk. Die Steinstufen können glatt sein, besonders wenn es heiß ist.

Unbedingt auch genug Wasser mitnehmen, Schatten ist Mangelware. Ein Sonnenhut oder eine Kappe schützt vor der Sonne, besonders in den Mittagsstunden.

Und wenn Du die zweite Höhle etwas erkunden möchtest, lohnt sich eine kleine Taschenlampe. Ich habe meine Handylampe genutzt und das war auch ok. So tief rein kommt man ja eh nicht.


Ein kurzer Blick in die Geschichte der Höhle

Der Name der Höhle geht natürlich auf Pythagoras von Samos zurück, den berühmten Philosophen und Mathematiker, der hier im 6. Jahrhundert v. Chr. gelebt haben soll. Nach ihm wurde auch der beliebte Küstenort Pythagorio benannt.

Der Legende nach versteckte sich Pythagoras in dieser Höhle im Kerkis-Gebirge, als er vor der politischen Verfolgung durch den Tyrannen Polykrates fliehen musste, bevor er nach Italien emigrierte.

Die abgelegene Lage und die schwer zugängliche Felswand boten ihm einen sicheren Rückzugsort. Laut anderen Quellen kam Pythagoras zum Meditieren zur Höhle.

Ob er hier wirklich gewohnt, Zuflucht oder nur Ruhe gesucht hat, lässt sich heute nicht sicher sagen.


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